Konferenz 2015 – Forschen im Ausland

Symposium „Forschen im Ausland – Chancen und Perspektiven für die Musikwissenschaft“

Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung vom 29. September bis 2. Oktober 2015 an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg

Freitag, 2. Oktober 2015, 9.00–13.00 Uhr

Organisation und Durchführung: Kommission für Auslandsstudien, Fachgruppe Nachwuchsperspektiven, Fachgruppe Musikethnologie und Vergleichende Musikwissenschaft

Leitung: Hannes Jedeck, Ina Knoth, Julio Mendívil, Christine Siegert

Kaum ein Kulturgut ist so vielfältig und damit auch unter so unterschiedlichen Gesichtspunkten untersuchbar, wie das der Musik. Sie klingt, verklingt, wird in ihrer Flüchtigkeit auf mannigfaltige Art versucht zu konservieren – Noten, Instrumente, Tonträger, moderne wie alte Medien sowie die gegenwärtigen globalen kunst-, popular- und volksmusikalischen Aufführungspraxen erfreuen sich einer kaum überschaubaren Diversität. Musik ist ohne historische und gegenwärtige Zeugnisse ihrer kulturell-historischen Voraussetzungen – den Rahmenbedingungen ihrer Entstehung, Pflege und Konservierung – nicht umfassend zu verstehen.

Auch in Zeiten von Globalisierung und Digital Humanities sorgt die strukturelle, kulturelle und historische Vielfalt von Musik und musikbezogenen Quellen dafür, dass sie sich sinnvoll und eingehend nur vor Ort und unter Berücksichtigung lokaler Kontexte verstehen lässt. Für jede/n musikwissenschaftlich Arbeitende/n, die/der sich mit internationalen Phänomenen der Musik beschäftigt, ist daher der Forschungsaufenthalt im Ausland nach wie vor ein unersetzlicher Bestandteil ihrer/seiner wissenschaftlichen Arbeit, zumal dieser mit weiteren wertvollen Erfahrungen und Lernprozessen einhergeht. Allerdings sind Bedingungen, Chancen und Perspektiven eines Auslandsforschungsaufenthalts bisher fachübergreifend nicht zufriedenstellend systematisch reflektiert worden. Dies wiegt umso schwerer, da somit auch das Potential einer forschungsbezogenen Auslandserfahrung innerhalb des Professionalisierungsprofils von Musikwissenschaftlern und Musikwissenschaftlerinnen oftmals ungenutzt bleibt.

Die Arbeitstagung „Forschen im Ausland“ verfolgt die Leitfragen, wie Wissenstransfer im Auslandsforschungsaufenthalt heute gelingen kann und welchen Nutzen dieser für das Fach der Musikwissenschaft und ihre Wissensproduktion hat. Dabei sind für eine facettenreiche Beantwortung dieser Fragen die Perspektivierung auf unterschiedliche Rahmenbedingungen notwendig: Es interessieren institutionelle und geographische Unterschiede in Abhängigkeit von Forschungsgegenstand und historischem Betrachtungszeitraum sowie deren Folgen für die forschungspraktische Tätigkeit. Zudem gilt es, die fachpolitischen Folgen und Perspektiven der entsprechenden Wissensproduktionen zu reflektieren.

Sektion 1: Institutionelle und länderspezifische Rahmenbedingungen

9.00   Christian Storch (Florianópolis / Mainz): Forschungs-Rahmenbedingungen im interkontinentalen Vergleich: Venedig (Italien) und Florianópolis (Brasilien)

9.10   Christine Dettmann (München): Allein und/oder im Team: Feldforschung auf neuen Wegen

9.20   Hannes Jedeck (Kiel): Asien als Perspektive? Musikwissenschaftliche Forschung am Zentralkonservatorium für Musik in Peking

9.30   Daniela Fugellie (Berlin): Archive als Räume interkultureller Begegnung

9.40–10.45   Diskussion im Plenum

Sektion 2: Fachpolitische Relevanz und Implikationen von Auslandserfahrungen

11.15   Barbara Eichner (Oxford): Publizieren, Evaluieren, Optimieren: Forschungsperspektiven in Großbritannien

11.25   Klaus Pietschmann (Mainz): Potentiale musikwissenschaftlicher Forschung (mit deutschem Background) im inner- und außereuropäischen Ausland

11.35   Martin Greve (Istanbul): Zwischen der Türkei und Deutschland. Fachpolitische Implikationen des ‚Hier- und Da‘-Seins

11.45   Inga Mai Groote (Fribourg): ‚Europäisierung‘ der Musikwissenschaft – konstruktiv oder konstruiert?

11.55–13.00   Diskussion im Plenum

Abstracts

Abstracts zu den Vorträgen finden Sie hier.

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