Konferenz 2012

Symposium »Musik | Wissenschaft | Perspektiven«

Musik | Musiken. Strukturen und Prozesse
15. Internationaler Kongress der Gesellschaft für Musikforschung vom 4. bis 8. September 2012 an der Universität Göttingen

Hörsaal | Lecture Room ZHG 007

14.30–14.40    Gunnar Wiegand (Gießen), Melanie Kleinschmidt (Meiningen), Dennis Mathei (Bochum): Einführung

14.40–15.00    Dörte Schmidt (Berlin): Über die akademischen Orte der Musikwissenschaft

15.00–15.20    Ester Ava Höhle (Kassel): Lohnt sich die Promotion in den Geisteswissenschaften?

15.20–15.40    Klaus Dörre (Jena): Geduldige Prekarier? Soziale Unsicherheit als Wegbegleiter wissenschaftlicher Karrieren

15.40–16.00    Ulrich Charpa (Bochum): Der Musikgelehrte zwischen Beruf und Berufung

16.15–17.45    Round Table: Diskussion zu den Vorträgen

Die aktuelle akademische Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses an deutschen Universitä­ten und Hochschulen unterscheidet sich grundlegend von der Situation vorhergehender Wissen­schaftsgenerationen. Das Symposium geht in drei Schritten diesen Folge-Erscheinungen des fortge­schrittenen Bologna-Prozesses für das Fach Musikwissenschaft auf den Grund, möchte eine Charakterisierung der aktuellen Situation insbesondere in Deutschland vornehmen und dabei Chancen und Risiken erörtern.

(1.) An das Erbe hochspezialisierter methodischer Paradigma, die das Fach seit seinen Anfängen entwickelt und verfeinert hat, scheint sich heute an junge Forscherprofile vermehrt der Anspruch breiter internationaler, inter- und transdisziplinärer Fragestellungen zu reihen. Darüber hinaus erfor­dert die Lehre an den Universitäten und Hochschulen reflektierte methodisch-didaktische Kompe­tenz (E-Learning, Evaluation, etc.). Wie lässt sich die aktuelle Situation der Musikwissenschaft un­ter den Eckpunkten von Spezialdisziplin und allgemeiner Kulturwissenschaft zwischen Forschungs­institut, Universität und Musikhochschule beschreiben?

(2.) Ein Großteil der wissenschaftlichen Stellen im Mittelbau ist befristet oder wird über Drittmittel­gelder finanziert. Der Anteil an drittmittelfinanzierten Stellen und Projekten scheint die Attraktivität von Universitäten und Forschungseinrichtungen bei Hochschulrankings zu steigern. Erfahrung beim Einwerben von Fördergeldern sind bei vielen Berufungsverfahren eine wichtige Voraussetzung. Darüber hinaus scheinen befristete Stellen oder Projektstellen ein effektiver Weg zur zielgerichte­ten, effizienten und leistungsorientierten Bearbeitung von konkreten Forschungsvorhaben zu sein. Diese Einschätzung wird von mehreren – meist gewerkschaftsnahen – Studien kontrastiert, wonach gerade die Befristung von Stellen und die – statistisch gesehen – fehlende dauerhafte Perspektive im wissenschaftlichen Mittelbau Nachwuchskräfte häufig in „unsichere“, bzw. „nicht-normale“ oder „prekäre“ Arbeitsverhältnisse stellt. Wird die zeitliche Begrenzung von Stellen und der erfolgte Ab­bau von Planstellen im Mittelbau dem Anspruch gerecht, langfristig die beste Möglichkeit exzellen­ter wissenschaftlicher Forschung zu sein? Wie verhält sich dieser Anspruch zum biographischen Werdegang des einzelnen Wissenschaftlers?

(3.) Worin unterscheidet sich die heutige berufliche Situation vom Musikwissenschaftler, bzw. -gelehrten der Vergangenheit?

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