Konferenz 2018

Was kann musikwissenschaftliche Lehre im 21. Jahrhundert?

Round Table im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Osnabrück am 25. September 2018 um 17.00 Uhr

Organisation: Maria Behrendt, Sebastian Bolz, Daniel Siebert und Tom Wappler für die Fachgruppe Nachwuchsperspektiven

Akademische Lehre hat als Thema Konjunktur. Doch trotz fortdauernder Postulate einer „Einheit von Forschung und Lehre“ im Rahmen von Exzellenzrunden, Hochschulinitiativen und Ratgeberpublikationen führt die Selbstreflexion der Wissenschaft in puncto Lehre ein Schattendasein. Den Beteuerungen, wie wichtig das Unterrichten sei, stehen auf Seiten der Dozierenden allzu häufig zeitökonomische Erwägungen gegenüber. Zwar schaffen Preise für gute Lehre oder Zusatzmittel für innovative Konzepte Anreize, doch genügt die Reputationsfähigkeit des Themas vielleicht nicht, um eine intensive Auseinandersetzung mit dem akademischen Unterricht zu begünstigen: So sind fachspezifische Veröffentlichungen und Veranstaltungen zur Hochschullehre rar, und auch im universitären Alltag müssen methodisch-didaktische Kursvorbereitungen nicht selten hinter der inhaltlichen Disposition zurückstehen.

Diese Dynamik legt erneut Potential für die Diskussion um das Selbstverständnis des Faches und seiner Vermittlung frei, die keineswegs auf den Bereich der Digital Humanities begrenzt sind.

Die Veranstaltung der Fachgruppe Nachwuchsperspektiven möchte dazu beitragen, das Thema „Lehre“ stärker als bislang im musikwissenschaftlichen Diskurs zu etablieren. In ihrem Zentrum steht die Frage nach Spezifik und Zielsetzung der musikwissenschaftlichen Lehre: Was kann, was will das Fach seinen Studierenden am Beginn des 21. Jahrhunderts vermitteln? Wie kann dieser Vermittlungsprozess gestaltet werden, wie ist es etwa um das vieldiskutierte Verhältnis von Inhalten und Kompetenzen bestellt? Welche Anforderungen stellen Musik und ihre Kontexte an die methodische Ausrichtung und den Lehralltag? Und wie gehen die Fachdisziplinen mit den wachsenden interdisziplinären Anforderungen an die Lehre um? Mit diesen und ähnlichen Fragen möchten wir im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen aller akademischen Qualifikationsstufen einen Impuls geben, Debatten um die musikwissenschaftliche Lehre verstärkt mit Diskussionen über Ziele, Methoden und Wege des Faches insgesamt zu integrieren. In diesem Sinne soll die Veranstaltung auch der Vorbereitung und Entwicklung weiterer Gelegenheiten für den Austausch über Themen der Lehre dienen.

TeilnehmerInnen

Prof. Dr. Michael Custodis (Münster)

Dr. Sara Springfeld (Tübingen)

Dr. Matthew Werley (Salzburg)

Dr. Andrea Zedler (Bayreuth)

Moderation: Sebastian Bolz (München), Tom Wappler (Oldenburg/Wien)